Mit ADIS-ADED kann ein standardisierter elektronischer Datenaustausch zwischen:
durchgeführt werden.
Im landwirtschaftlichen Bereich ist die Anwendung des Standards inzwischen
weit verbreitet.
In Deutschland wurde besonders die Nutzung in der Rinderproduktion forciert. In
Dänemark hat man sich auf die Schweineproduktion konzentriert und in Frankreich
auf die Feldwirtschaft.
Ursprünglich wurde dieses Verfahren von Firmen bzw. Organisationen wie
Alfa Laval (Schweden), Westfalia Separator (Deutschland und USA), NEDAP und TAURUS (beide
Niederlande) und Dairy Equipment Co. (USA) entwickelt, um die Datenübertragung zwischen
einem Prozeßrechner im Stall und einem Betriebs-PC zu standardisieren und damit zu
vereinfachen.
Die Weiterentwicklung bis zur aktuellen Version wurde von einer internationalen
ISO-Arbeitsgruppe (ISO/TC23/SC19/WG2) übernommen. Herausgekommen ist eine flexible
Datenschnittstelle, die im Prinzip nicht nur für die Datenübertragung zwischen
Prozeßrechner und PC genutzt werden kann, sondern auch für die Datenübertragung
zwischen PC und Rechenzentrum. Folglich wäre mit Hilfe des ADIS-ADED-Verfahrens,
zumindest langfristig, ein Datentransfer vom Prozeßrechner bis zum Rechenzentrum und
umgekehrt unabhängig von der technischen Kopplung der verschiedenen Rechnereinheiten zu
realisieren.
So hat sich gezeigt, daß die Verwendung von mehr oder
weniger bilateral zwischen zwei Kommunikationspartnern vereinbarten
Schnittstellen sowohl den verfahrenstechnischen
als auch den inhaltlichen Anforderungen an eine moderne Datenschnittstelle nicht mehr
genügt.
Aufgrund der Vielzahl beteiligter Partner ist ein solches Szenario hinsichtlich
des Entwicklungs- und Pflegeaufwandes nicht mehr praktikabel.
Deshalb haben die Mitgliedsorganisationen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR) im Jahre 1998 auf Empfehlung der Experten der landwirtschaftlichen Rechenzentren in Deutschland beschlossen, daß bei allen künftigen Neuentwicklungen und Überarbeitungen von Software die ADIS-ADED-Schnittstelle zu verwenden ist.
Das Verfahren besteht aus zwei Komponenten:
ADIS = Agricultural Data Interchange SyntaxADED = Agricultural Data Element Dictionary
Standardisiertes Verzeichnis über die Daten, die übertragen werden sollen
und
ist in ISO 11788-1 festgelegt.
Das deutsche Datadictionary wird von einer zentralen Arbeitsgruppe gepflegt und vom LKV Nordrhein-Westfalen als Online-Datenbank gehosted.
Jedes Datenfeld (Item), Codeset und jede Satzart (Entity) wird
durch eine eindeutige Nummer identifiziert und in einem Dictionary beschrieben.
Durch die Verwendung von Nummern erreicht man gegenüber textlichen Bezeichnern
wie z.B. Fett, Fettprozent, F%, f-%, FPR eine radikale Reduzierung der Varianten
und damit eine einfachere und eindeutige Programmierung.
Entities sind nur ein Vorschlag über die für einen bestimmten Zweck zu übertragenden Items ohne Anspruch auf eine bestimmte Reihenfolge oder auf Vollständigkeit (es gibt viele optionale Items).
Die konkret in einem Entity enthaltenen Items werden in einer
Definitionszeile in der übertragenen Datei mitgeliefert.
In einer Datei können mehrere verschiedene Entities enthalten sein
Empfänger müssen durch Interpretation der Definitionszeilen
die Position der für sie relevanten Werte ermitteln und alle in ihrer
Programmversion unbekannte Werte überspringen.
Ebenfalls müssen unbekannte Entities ignoriert werden.
Dadurch wird erreicht, daß, solange die Syntax nicht verletzt
wird, jederzeit zusätzliche Informationen hinzugefügt werden können, ohne daß
dies für irgendeinen Empfänger, der nicht darauf vorbereitet ist, schädlich wäre.
Eine Versionsverwaltung bei den Schnittstellen und eine zeitliche Koordination
von Änderungen zwischen einer Vielzahl von Anwendern ist also prinzipiell nicht
mehr notwendig.